Sappho und die Lust.

(demnächst veröffentlicht in „Uranus.“)

 

 

Dämpfig weilt das Meer in der Bucht von Pyrrha.

Keine Wellen trüben das seichte Wasser,

keine Flut gefährdet den Schritt der Füße.

Himmlischer Spiegel.

 

Wäre es nicht anregend, Psappho, einmal

bartumkränzte Lippen zu küssen, fragt sie.

Und beäugt den Mann in der fernen Barke,

lacht und verwirft es.

 

Muscheln sammle ich in den Schurz der Toga,

sie betritt das Wasser und zieht die Toga

arglos trällernd über die Knie. Infamer,

himmlischer Spiegel.

 

Dämpfig weilt mein Sinn in der Bucht von Pyrrha.

Wäre es nicht anregend, einmal diese

bartumkränzten Lippen zu küssen, Psappho?

Ist das verwerflich?